Geschäftsmodelle im Online Handel
E-Commerce

Im E-Commerce haben sich verschiedene Geschäftsmodelle etabliert. All diese Geschäftsmodelle liegen einem ständigen Wandel zu Grunde und es deutet alles darauf hin, dass in Zeiten der Plattform Ökonomie einige dieser Geschäftsmodelle verschwinden werden.

Inhaltsverzeichnis

Autor | René van Loock

Digital-Marketing-Experte mit dem Fokus auf Analytics, GDPR (DSGVO) Compliance und Marketing Automation.

Pure Online Handel

Zu dem Pure-Online-Handel gehören klassische Online Händler, die eigene Sortimente zusammenstellen und über das Internet anbieten. Trotz der Dominanz von Amazon, Otto und Zalando finden sich noch viele weitere kleine und sehr spezialisierte Anbieter auf dem Markt. Neben Händlern für Tierbedarf, zum Beispiel Zooplus.de, gibt es unzählige kleine Online Shops für ganz bestimmte Nischen.

Durch immer einfacher werdende Online Shopsysteme ist es möglich innerhalb kurzer Zeit und mit begrenztem Budget einen kleinen Online Shop zu eröffnen.

Purer-Online-Handel

Kooperierender-Online-Handel

Kooperierende Online Händler sind Händler, die Ihre Produkte größtenteils über Plattformen wie Amazon oder Ebay verkaufen und damit eine Kooperation mit diesen eingehen.

Die meisten Händler besitzen weiterhin einen kleinen Online Shop oder ein stationäres Geschäft. Der Kooperierende-Online-Handel macht einen wesentlichen Anteil am E-Commerce Umsatz. Das Aufbauen eines Shops bei Amazon oder Ebay ist sehr einfach. Bei Amazon ist es sogar möglich das komplette Fulfillment an Amazon abzugeben.

Die Händler profitieren dabei von den enormen Reichweiten und dem großen Vertrauenspotential von Plattformen, wie Amazon oder Ebay. Das führt zu einem sehr intensiven Wettbewerb.

Multi-Channel-Handel

Multi-Channel Händler sind meist stationäre Händler, die das Internet als zusätzlichen Absatzweg nutzen. Zum Beispiel Mediamarkt und Saturn, die beide neben dem stationären Geschäft einen Online Shop betreiben.

Auf der anderen Seite steigen immer mehr Pure-Internet-Player in das stationäre Geschäft ein. So verkauft mymuesli.de auch bei Rewe und eröffnet eigene kleine Stores in den Großstädten. Das gleiche gilt auch für Amazon mit der Aquisition von Whole Foods in den USA. Amazon ist also gleichzeitig auch bei diesem Geschäftsmodell vertreten.

Allgemein gilt der Multi-Channel als äußerst schwierig. Das Buzzword Multi Channel ist die Zukunft, die Customer Journey muss den Kunden Online & Offline stattfinden usw. wird häufig gehört, stimmt aber nur teilweise.

Für große Brands sehe ich den Multi Channel durchaus als erfolgreich an. Durch Physische Stores kann das Erlebnis in sehr vielen Bereichen und die Vertrautheit mit der Marke gesteigert werden. Leider wird dieses Konzept gerne auf alle Händler bezogen. Plötzlich versuchen kleine oder große Händler online mitzumischen ohne die nötigen IT – Kompetenzen zu haben. Das kann nicht funktionieren.

(Einen Einblick in die aktuelle Situation im E-Commerce findet ihr hier.)

Vertikalisierter Online Handel – E-Commerce

Vertikalisierte Online-Händler sind Hersteller, die den Online Kanal nutzen, um direkt an den Endkunden zu verkaufen.

Diese verkaufen Ihre Produkte größtenteils über den Handel oder eigene Flagshipstores. Doch die neuen Online Absatzwege bilden eine kostengünstige Möglichkeit Produkte mit vergleichsweise hoher Marge zu verkaufen. Im herstellereigenen Onlineshop haben die Händler die Wertschöpfungskette in eigener Hand und damit wesentlichen Einfluss auf die Markenhandschrift.

Zum Beispiel bietet Lego auf seiner Website neben der Produktpräsentation, einem Community-Forum und eigenem Shop auch diverse Spiele an. Die Möglichkeit Videos und Spiele mit in die Produktpräsentation einzubauen macht das Kaufen im Internet sogar spannender und erlebnisreicher als im Einzelhandel.

Gleiches gilt für die Brettspielhersteller. Produktkategorien, die im Internet spannender angeboten werden als im stationären Geschäft, profitieren besonders vom steigendem Online Handelsvolumen, aber auch Hersteller wie adidas.de, hugoboss.de nutzen seit Jahren einen eigenen Online-Shop.

Bisher halten die Hersteller Ihre Preise meist deutlich über den der stationären Händler, aber schon in naher Zukunft dürften die klassischen stationären Einzelhändler neben den Online Händlern auch noch Konkurrenz von den Herstellern bekommen, die Ihre Produkte im eigenen Shop deutlich günstiger anbieten könnten.

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